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Die Zukunft des Waldes

Feldkirch – Unter der Headline “Drei Wälder und eine Messerspitze Chemie” lud Tobi zusammen mit der Rheticus-
Gesellschat am Samstag, den 24.08.2026 zu einer kostenlosen naturkundlichen Exkursion in den Wald. Die Wanderung führte nahe dem Känzele bei Göfis in eine typische Waldzone, um über den Klimawandel, Abgase und die Zukunft des Waldes im Walgau aus erster Hand zu informieren.

image by Henning Heilmann

Wald ist nicht gleich Wald

Dabei wurde schnell deutlich, dass Wald nicht gleich Wald ist. Welche Baumarten am Standort
vorkommen, hängt von mehreren ökologischen Faktoren ab. Entscheidend sind Licht, Temperatur,
Feuchtigkeit, Bodensäure und das Nährstoffangebot, speziell die Verfügbarkeit von Stickstoff.
Unterhalb 1500 Metern Seehöhe wie im Wald rund um Feldkirch wäre in Vorarlberg natürlicherweise
vor allem Buchenwald dominant. Dennoch ist Fichtenanbau, der lange als am wirtschatlichsten galt,
weit verbreitet. Nadelwald-Monokulturen übersäuern den Waldboden. Gesunder Mischwald bietet
einen gesunden Waldboden. Natürlicherweise sind Fichtenwälder oberhalb 1500 Metern zu finden,
dort gut an Kälte angepasst.

Nach Informationen des Exkursionsleiters liegt die mittlere Temperatur in Vorarlberg mittlerweile fast
drei Grad über dem vorindustriellen Jahresdurchschnitt. Dabei geht es nicht allein um höhere
Temperaturen. Zwar wird sich der Jahresniederschlag in Vorarlberg voraussichtlich nicht wesentlich
verändern, aber die Verdunstung nimmt zu und die Verteilung übers Jahr wird unvorhersehbarer. Im
Sommer 2026 fiel eine längere Trockenperiode mit einer Hitzewelle zusammen. Für die Pflanzen
bedeutet das zusätzlichen Stress. Die meisten heimischen Arten in Vorarlberg sind nicht an längere
Trockenperioden angepasst und können Wasser nur begrenzt speichern.

Lösung: Langfristiges Denken und Handeln

Für die Forstwirtschaft stellt der Klimawandel eine besondere Herausforderung dar. Ein heute
gepflanzter Wald soll mit Bedingungen in 50 Jahren zurechtkommen. Die Baumarten, die dafür
möglicherweise besonders gut geeignet wären, sind als Jungpflanzen heute jedoch noch nicht
optimal angepasst. Die Botschaft der Waldexkursion rund ums Känzele war klar: Es gibt keine
einfache Lösung. Mit einem vielfätigen Wald hält man sich aber Optionen offen.

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